Türkische Banken müssen Vielzahl ihrer Kredite als notleidend erklären
Weg frei für neue Geschäfte: Die türkische Bankenaufsicht Bddk zwingt die Geldhäuser des Landes zu einer radikalen Säuberung ihrer Bilanzen. Wie das Handelsblatt am 18. September mitteilt, müssen die türkischen Banken die in ihren Büchern befindlichen Kredite im Wert von 46 Milliarden Lira (7,34 Milliarden Euro) bis Ende dieses Jahres als „ausgefallen“ klassifizieren. Damit wird sich der Anteil der notleidenden Kredite bis zum Jahresende auf 6,3 Prozent erhöhen; zum Vergleich: Noch im Juli belief sich der Wert auf 4,6 Prozent.
Zur Umsetzung der Maßnahme müssen die Banken zunächst neue Rückstellungen aufbauen. Laut Handelsblatt wird sich dadurch die Kernkapitalquote branchenweit von 18,2 auf 17,7 Prozent verschlechtern.
Der Schritt ist aus Bddk-Sicht jedoch notwendig. Denn: Mit der Maßnahme will die Regulierungsbehörde der übermäßigen Kreditvergabe der Banken in den vergangenen Jahren Einhalt gebieten. Aufgrund der losen Kapitalzuteilung wuchs die türkische Wirtschaft zwar allein 2017 um über zehn Prozent. Inzwischen können jedoch immer mehr der Kredite nicht zurückgezahlt werden – und lähmen das Bankgeschäft.
Indem die Kredite nun als „notleidend“ erklärt werden, erhalten die Geldhäuser nicht nur die Möglichkeit, diese abszuchreiben. Sie können sich vor allem wieder neuen Geschäften zuzuwenden. Handelsblatt (Paywall)
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