Kann die Bankenaufsicht eine neue Krise verhindern?
Mehr als zehn Jahre nach der Bankenkrise sind die Strategien zur Verhinderung eines weiteren solchen Szenarios noch immer umstritten. Wie das „Handelsblatt“ Anfang der Woche in ihrer Online-Ausgabe berichtet, erachten viele Experten der Finanzbranche die vorgegebenen Reformen des Basel III-Regelwerks als fragwürdig. Das Reformpaket wurde 2010 von den Staats- und Regierungschefs der G20 in Seoul gebilligt. Die Maßnahmen sollen ab 2022 in Kraft treten.
Basel III sieht unter anderem vor, dass nationale Aufseher ihren Banken zusätzliches Eigenkapital vorschreiben, wenn das Kreditvolumen in ihrem Land stark wächst. Als Indikator für Systemrisiken listet das Baseler Regelwerk dazu das Kreditvolumen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Nimmt das Kreditvolumen demnach stärker zu als die Wirtschaftsleistung, steigt auch die Relation beider Faktoren zueinander. Nationen sollen schließlich den trendmäßigen Anstieg der Kredit-BIP-Relation herausrechnen.
Auch eine weitere in Basel III empfohlene Methode, der Hodrick-Prescott-Filter (HP), trifft unter Experten nicht nur auf Zustimmung. Dieser stellt stark vereinfacht eine Art langjährigen Durchschnitt der Wachstumsraten dar. Dabei werden für die Entwicklung von Trends sehr lange Durchschnitte gebildet.
Laut einer Studie des Bundesbankenökonomen Yves Schüler bringt diese Methode starke künstliche Langfristzyklen hervor und macht dafür tatsächlich existierende kürzere Zyklen unsichtbar. Auch weitere Experten schließen sich Schülers Kritik an. Erneut auftretende Finanzkrisen kann Basel III ihrer Ansicht nach nicht verhindern. Handelsblatt (Paywall), Bundesbank
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