Justizministerin plant schnelle Privatinsolvenzen
Christine Lambrecht (SPD) will Schuldner bereits nach drei Jahren von ihren Restschulden befreien.
Insolvente Privatpersonen sollen künftig bereits nach drei Jahren von ihren Restschulden befreit werden – falls sie ihren Mitwirkungspflichten umfassend nachgekommen sind. Das beinhaltet der von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD), vergangene Woche vorgestellte Referentenentwurf. Bisher wurden Schuldner erst nach fünf Jahren als schuldenfrei anerkannt. Zusätzlich sollen Daten von Insolvenz- und Restschuldbefreiungsverfahren durch Auskunfteien zukünftig nur noch ein Jahr statt bisher drei Jahre gespeichert werden.
Kirsten Pedd, Präsidentin des Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU), sieht den Vorschlag kritisch. 70 Prozent der Rückzahlungen würden aktuell erst zwischen dem vierten und dem sechsten Jahr fließen. “Gläubiger werden viel Geld verlieren”, befürchtet sie. Außerdem erhöhe sich durch die verkürzte Laufzeit möglicherweise die Risikobereitschaft der Schuldner. Der Berufsverband der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID) teilt diese Einschätzung nicht. Der Berufsverband sieht durch die Reform keine Anzeichen für diese negativen Auswirkungen auf die Zahlungsmoral. Das Konsumverhalten habe sich verbessert und die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sei in den vergangenen Jahren sogar leicht zurückgegangen. Handelsblatt
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