Faule Kredite belasten weiterhin Europas Banken
Eine trügerische Bilanz: Einige Banken in Europa tragen noch immer die Ausfallrisiken ihrer faulen Kredite. Wie das Wall Street Journal berichtet, haben sich demnach einige Kreditinstitute im Staatenverbund noch nicht komplett von ihren Problemkrediten getrennt. Vielmehr greifen sie oftmals beim Verkauf auf komplizierte Verbriefungstransaktionen zurück, wodurch sie weiterhin durch die Risiken belastet bleiben.
So haben die europäischen Banken laut Medienbericht zwar inzwischen fast die Hälfte ihrer faulen Kredite seit der Finanzkrise aus ihren Bilanzen gestrichen. Jedoch ist ein Teil dieser Kredite dabei keineswegs gänzlich verschwunden. Denn: Während einige Bankhäuser die faulen Kredite zwar sofort verkaufen, lagern andere sie in eine Zweckgesellschaft aus. Diese emittiert die Wertpapiere, die durch die Kredite gesichert sind. Anschließend kauft ein Investor die risikoreichsten Teile dieser Verbriefungen, während die Bank an den höherwertigen Beständen festhält.
Die Kreditinstitute können die Problemkredite auf diese Weise zwar aus ihren Bilanzen streichen, tragen jedoch nach wie vor einen Teil des Risikos durch die neuen Wertpapiere. Somit sind die Banken auch nicht in der Lage, neue – dringend benötige – Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Für die Autoren des Beitrages steht fest: Das Gebaren der Bankhäuser ist eine der Ursachen dafür, dass sich die europäische Finanzbranche bislang noch nicht vollständig von der Finanzkrise erholen konnte. The Wall Street Journal
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