Euler Hermes untersucht Forderungsbeitreibung in 44 Staaten
In einer umfassenden Studie hat der Kreditversicherer Euler Hermes einen globalen Rundumblick zu den Herausforderungen der Forderungsbeitreibung gewagt und insgesamt 44 Länder untersucht. Das Ergebnis bringt einige äußerst interessante Einblicke mit sich, denn die erfolgreiche Forderungsbeitreibung funktioniert je nach Land nach unterschiedlichen Spielregeln. Während das Inkasso in Schweden, Deutschland, Österreich und der Schweiz relativ einfach und schnell vonstatten geht, gestaltet sich eine erfolgreiche Forderungsbeitreibung in China, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland äußerst schwierig und komplex. Aber auch europäische Länder wie Ungarn, die Slowakei, Italien und Polen gehören bei der Forderungsbeitreibung eher zu den „Schlechten“ und mitunter gar zu den „Hässlichen“ der 44 untersuchten Staaten. Die gute Nachricht für deutsche Unternehmen: Über die Hälfte der zehn wichtigsten Handelspartner deutscher Unternehmen verzeichnen höchstens ein „erhebliches Risiko“ im Hinblick auf die Komplexität eines Inkassoverfahrens und damit die Aussichtslosigkeit der Forderungsbeitreibung.
Goldene Regeln für minimale Inkasso-Risiken
Euler Hermes führt in der Studie nicht nur die Good and Bad Boys der internationalen Zahlungsmoral auf, sondern nennt zugleich auch einige Regeln, die es Unternehmen erleichtern sollen, das Risiko globaler Zahlungsausfälle und Insolvenzen zu minimieren. Zu diesen Regeln gehört neben einer Vereinbarung zum Eigentumsvorbehalt die umfangreiche Information der gesetzlichen Grundlagen in den jeweiligen Ländern. Darüber hinaus müssen Unternehmen bereits vor Vertragsabschluss die Zahlungsmoral ihrer internationalen Handelspartner analysieren, um bösen Überraschungen vorzubeugen. Kommt es doch zum Zahlungsausfall, sollten in vielen Ländern gerichtliche Verfahren so lange wie möglich ausgeklammert werden. Schließlich arbeitet die Justiz in manchen Regionen der Welt nicht so transparent und schnell, wie Gläubiger es sich wünschen. Gläubigerunternehmen sollten daher immer eine außergerichtliche Einigung anstreben. Auch wenn diese oft zeitlich und monetär anspruchsvoll sind, erweisen sie sich am Ende oft als kostengünstiger als komplexe und meist langwierige Gerichtsverfahren. Insbesondere sollten die notwendigen Schritte für eine internationale Forderungsbeitreibung und entschlossen angegangen werden, denn „wenn Zeit und Verfahren voranschreiten und die Schwierigkeit des Forderungseinzugs zunimmt, steigen die Kosten – und das Risiko, mit einem zahlungsunfähigen Schuldner zu verhandeln, wächst. Je länger man also wartet, desto größer ist die Gefahr des Forderungsverlustes“.
Bei Forderungsausfall ist schnelles Handeln das Gebot der Stunde
Um Unternehmen nach Forderungsausfällen den schnellstmöglichen Fokus auf ihr Kerngeschäft zu ermöglichen, haben wir als zusätzliches Instrument in der Werkzeugkiste der Forderungsbeitreibung unsere Online-Forderungsbörse ins Leben gerufen. Auf der Online-Plattform schreiben Gläubigerunternehmen ihre Forderungen zum Kauf aus und erreichen über einen einzigen Kanal inzwischen mehr als 280 institutionelle Investoren. Diese stehen im direkten Wettbewerb zueinander und geben im transparenten Auktionsverfahren ihre Gebote auf die Angebote ab. So realisiert der Verkäufer stets den beste Preis, ohne die jeweiligen Käufer individuell ansprechen zu müssen. Aufgrund der hohen Nachfrage unserer Kunden können auch Forderungen gegen Schuldner im europäischen Ausland verkauft werden.
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