August 17, 2020 10:00 am

COVID-19: Banken drohen weltweit hohe Kreditausfälle

Die negativen Folgen der Corona-Pandemie auf das weltweite Bankengeschäft sind noch nicht final abzusehen. Wie die Unternehmensberatung Accenture in einer aktuellen Analyse errechnet hat, drohen insbesondere dem Kreditgeschäft der europäischen Geldhäuser in der zweiten Jahreshälfte herbe Verluste. Die Experten gehen davon aus, dass die betroffenen Banken 2020 insgesamt Kredite in Höhe von 415 Milliarden Euro abschreiben werden müssen. Zum Vergleich: Noch im vergangenen Jahr betrug der Wert 80 Milliarden Euro.

Für die Erhebung hat Accenture die Kreditausfälle und Kreditrisikokosten der vergangenen Jahre von insgesamt 117 Banken weltweit untersucht. Ebenso in die Analyse miteingeflossen sind zudem Ankündigungen zu aktuellen Rückstellungen. Demnach haben beispielsweise sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank im ersten Halbjahr 2020 ihre Vorsorgepolster für ausgefallene Kredite erheblich aufgestockt. Während erstgenannte bereits 1,3 Milliarden Euro zurückgelegt hat, umfasst die Reserve der Commerzbank inzwischen 795 Millionen Euro.

Was den Ausfall der bestehenden Kredite angeht, geht die Unternehmensberatung weltweit für das laufende Jahr von einer Quote von 2,4 Prozent aus – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2019, als der Wert noch bei 0,7 Prozent lag. Grund für die negative Prognose: Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen viele Unternehmen in Folge der Pandemie konfrontiert sind, werden sich voraussichtlich erst verzögert auf die Banken auswirken. Bislang konnten viele Länder den betroffenen Firmen noch mit staatlichen Soforthilfen und Zahlungsaufschüben unter die Arme greifen; die Stützen fallen nun jedoch nach und nach weg.

Besonders hohe Herausforderungen werden dabei vor allem auf die Länder zukommen, die ohnehin bereits schwer unter der Corona-Krise gelitten haben – sowohl in gesundheitlicher als auch in ökonomischer Hinsicht. In Europa zählen dazu etwa Italien, Großbritannien und Spanien. Hier macht sich auch schon die erhöhte Zahl an NPLs bemerkbar: Spaniens größte Bank Santander hat im zweiten Quartal erstmals rote Zahlen geschrieben. Fonds professionell/Handelsblatt

 

Dieser Artikel wurde verfasst von Jens Secker

(Bildrechte: istockphoto.com/agafapaperiapunta)

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