{"id":22080,"date":"2021-02-02T11:54:45","date_gmt":"2021-02-02T10:54:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.debitos.com\/?p=22080"},"modified":"2021-02-02T11:55:37","modified_gmt":"2021-02-02T10:55:37","slug":"corona-krise-zahlungsverhalten-in-deutschland-bislang-wenig-beeintraechtigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/news\/corona-krise-zahlungsverhalten-in-deutschland-bislang-wenig-beeintraechtigt\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Zahlungsverhalten in Deutschland bislang wenig beeintr\u00e4chtigt"},"content":{"rendered":"<div class=\"article-news\">\n<p>Trotz der Versch\u00e4rfung der Corona-Krise im Laufe des zweiten Halbjahres 2020 ist das Zahlungsverhalten in Deutschland laut Creditreform bislang <a href=\"https:\/\/www.creditreform.de\/aktuelles-wissen\/pressemeldungen-fachbeitraege\/news-details\/show\/default-22600bfbc1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wenig beeintr\u00e4chtigt<\/a>. Kreditgeber und Gl\u00e4ubiger verzeichneten in den zur\u00fcckliegenden Monaten im B2B-Gesch\u00e4ft im Durchschnitt geringere Zahlungsverz\u00f6gerungen.<\/p>\n<h4 class=\"news-text-wrap\">Gl\u00e4ubiger werden sensibler \u2013 Staatshilfen verhindern (noch) Kettenreaktionen<\/h4>\n<\/div>\n<div class=\"cid41483 frame-padding-before25 frame-padding-after25\">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<p>Lieferanten und Kreditgeber meldeten f\u00fcr das 2. Halbjahr 2020 eine Abnahme des Zahlungsverzugs und eine Verringerung der Forderungslaufzeiten. Beide Entwicklungen sind positiv f\u00fcr Gl\u00e4ubiger. \u201eIm Zuge der Corona-Krise und zunehmender wirtschaftlicher Risiken sind Lieferanten und Kreditgeber in ihrem Forderungsmanagement deutlich aufmerksamer geworden\u201c, erl\u00e4utert Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung, die Auswertung. Die staatlichen Hilfsma\u00dfnahmen zur \u00dcberwindung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie seien offenbar wirksam. Auf Basis von rund 3,5 Mio. Rechnungsbelegen aus dem Creditreform Debitorenregister Deutschland (DRD) wurde f\u00fcr das 2. Halbjahr 2020 ein durchschnittlicher Zahlungsverzug im B2B-Gesch\u00e4ft von 9,79 Tagen ermittelt (2. Halbjahr 2019: 10,69 Tage). Deutlich verringert hat sich die \u00dcberf\u00e4lligkeit insbesondere bei Gesch\u00e4ftstransaktionen mit dem Einzelhandel und mit unternehmensnahen Dienstleistern.<\/p>\n<p>Die durchschnittliche Forderungslaufzeit sank im 2. Halbjahr 2020 auf 41,77 Tage (Vorjahreszeitraum: 42,07 Tage). Diese Kennzahl, also die Zeitdauer einer ausstehenden Zahlung, setzt sich aus dem vereinbarten Zahlungsziel und einem m\u00f6glichen Zahlungsverzug zusammen. Dabei hatten die Kreditgeber ihre Zahlungsziele In den zur\u00fcckliegenden Monaten auf durchschnittlich 31,98 Tage leicht angehoben \u2013 gegen\u00fcber 31,38 Tagen im 2. Halbjahr 2019. Hierf\u00fcr k\u00f6nnten Zugest\u00e4ndnisse der Gl\u00e4ubiger eine Rolle gespielt haben, wenn Kunden infolge der Lockdown-Einschr\u00e4nkungen Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse zu verzeichnen hatten. Schlie\u00dflich f\u00fchrten aber Verbesserungen beim Kreditorenmanagement auf Seiten der Kreditgeber zu weniger \u00fcberf\u00e4lligen Rechnungen und somit zu einem R\u00fcckgang der Forderungslaufzeit. Hier zeigt sich auch die erh\u00f6hte Sensibilit\u00e4t der Gl\u00e4ubiger in der aktuellen Krisenzeit.<\/p>\n<h4>L\u00e4ngere Zahlungsziele f\u00fcr Gro\u00dfunternehmen<\/h4>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"cid41485\">\n<div class=\"ce-textpic ce-right ce-intext\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<p>\u201eEine negative Kettenreaktion beim Zahlungsverhalten ist bislang ausgeblieben. Auch die Zahl der Insolvenzen blieb 2020 auf einem paradox niedrigen Niveau und damit auch m\u00f6gliche Folgeerscheinungen\u201c, so Hantzsch weiter. \u201eDie anhaltende Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ist in diesem Zusammenhang hoch effektiv. Es ist aber zu bef\u00fcrchten, dass die staatliche Lenkung des Insolvenzrechts die Ausf\u00e4lle lediglich verschiebt.\u201c Weiterhin konnten keine deutlichen Einschr\u00e4nkungen bei den Zahlungsfristen beobachtet werden. Dem Einzelhandel, den unternehmensnahen Dienstleistern und der Grundstoffbranche wurden sogar deutlich l\u00e4ngere Zahlungsfristen von den Gl\u00e4ubigern einger\u00e4umt \u2013 teilweise bis zu f\u00fcnf Tage zus\u00e4tzlich. Insbesondere Gro\u00dfunternehmen mit mehr als 250 Arbeitnehmern bekamen l\u00e4ngere Zahlungsfristen. Im 2. Halbjahr 2020 betrug das Zahlungsziel f\u00fcr diese Gro\u00dfkunden durchschnittlich 35,24 Tage (Vorjahr: 34,53 Tage). Kleinen und mittleren Unternehmen wurden die Zahlungsziele, wohl auch wegen einer bef\u00fcrchteten st\u00e4rkeren Betroffenheit durch die Corona-Ma\u00dfnahmen, von ihren Gl\u00e4ubigern hingegen tendenziell gek\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Mit 44,05 Tagen war die Forderungslaufzeit f\u00fcr die Kreditgeber bei Gesch\u00e4ften mit Gro\u00dfunternehmen aber dennoch geringer als im 2. Halbjahr 2019 (44,53 Tage). Das d\u00fcrfte die Liquidit\u00e4t beim Leistungserbringer, der in Vorleistung gehen musste, gest\u00e4rkt haben. Immerhin stellen solche wirtschaftsaktiven Gro\u00dfunternehmen den Gro\u00dfteil von 62,2 Prozent des gesamten Forderungsvolumens.<\/p>\n<div class=\"h3\">\n<h4>Einzelhandel verursacht mehr Au\u00dfenst\u00e4nde<\/h4>\n<\/div>\n<p>Bezogen auf die Branche der Debitoren beruhte der wertm\u00e4\u00dfige Bestand aller Au\u00dfenst\u00e4nde im 2. Halbjahr 2020 oftmals auf Forderungen gegen\u00fcber der Metall- und Elektrobranche (21,6 Prozent) \u2013 aber bei einem r\u00fcckl\u00e4ufigen Trend. Einzelhandel (11,6 Prozent), Gro\u00dfhandel (15,8 Prozent) und Unternehmensdienstleister (17,1 Prozent) erh\u00f6hten hingegen ihren Anteil am Gesamtvolumen der Au\u00dfenst\u00e4nde deutlich und gewinnen so f\u00fcr das Forderungsmanagement der Kreditgeber und Lieferanten an Gewicht. Das Baugewerbe verliert hingegen an Bedeutung.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"cid41487\">\n<div class=\"ce-textpic ce-right ce-intext\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<p>Der durchschnittliche Wert von versp\u00e4tet bezahlten Rechnungen ist erstmals seit dem Jahr 2017 wieder unter 2.000 Euro gesunken. Im 2. Halbjahr 2020 lag der Rechnungsbetrag im Durchschnitt bei 1.970 Euro (2. Halbjahr 2019: 2.137 Euro; &#8211; 167 Euro). Umgekehrt sind hohe Rechnungsbetr\u00e4ge demnach weniger lange \u00fcberf\u00e4llig gewesen. Das spricht ebenfalls f\u00fcr die erh\u00f6hte Aufmerksamkeit der Gl\u00e4ubiger f\u00fcr m\u00f6gliche Ausfallrisiken.<\/p>\n<div class=\"h3\">\n<h4>Positive Entwicklungen bei der GmbH<\/h4>\n<\/div>\n<p>Firmen der in Deutschland verbreiteten GmbH zahlten im 2. Halbjahr 2020 mit einer \u00dcberf\u00e4lligkeit von 9,65 Tagen (- 1,34 Tage gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum). Durch die verbesserte Zahlungsweise und geringere Zahlungsverz\u00f6gerungen wurden die Kreditgeber entsprechend weniger belastet. Entscheidend sind Entwicklungen bei der GmbH insbesondere auch deshalb, weil diese Rechtsform f\u00fcr mehr als die H\u00e4lfte des gesamten offenen Forderungsvolumens in Deutschland steht (59,1 Prozent). Auch der durchschnittliche Rechnungsbetrag bei Gesch\u00e4ftstransaktionen mit der GmbH liegt mit 1.917 Euro vergleichsweise hoch. Einen Anstieg des Zahlungsverzugs verzeichnete hingegen die UG (haftungsbeschr\u00e4nkt). Zuletzt betrug die Verzugsdauer bei Gesch\u00e4ften mit dieser Rechtsform 16,40 Tage (Vorjahr: 15,74 Tage).<\/p>\n<p>Datenbasis Creditreform Zahlungsindikator Deutschland:<\/p>\n<ul>\n<li>Zu rund 975.000 Unternehmen liegen Zahlungsinformationen im Debitorenregister Deutschland (DRD) vor.<\/li>\n<li>Die Zahlen zum Zahlungsindikator beruhen auf \u00fcberf\u00e4lligen, aber ausgeglichenen Belegen.<\/li>\n<li>Ein Belegvolumen von rd. 66 Mrd. Euro zu 1.161 Branchen wird in Deutschland analysiert.<\/li>\n<li>Monatlich gibt es aktuell 9,9 Millionen neue Zahlungsinformationen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der n\u00e4chste \u201eZahlungsindikator Deutschland\u201c erscheint im August 2021.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Creditreform Zahlungsindikator Deutschland &#8211; Winter 2020\/2021","protected":false},"author":27,"featured_media":17333,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-22080","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22080","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22080"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22080\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22083,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22080\/revisions\/22083"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17333"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22080"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22080"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22080"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}