{"id":22044,"date":"2021-01-20T13:29:56","date_gmt":"2021-01-20T12:29:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.debitos.com\/news\/vorbereitung-auf-den-sturm-danach-szenarioplanung-und-digitalisierung\/"},"modified":"2021-01-20T14:44:44","modified_gmt":"2021-01-20T13:44:44","slug":"vorbereitung-auf-den-sturm-danach-szenarioplanung-und-digitalisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/news\/vorbereitung-auf-den-sturm-danach-szenarioplanung-und-digitalisierung\/","title":{"rendered":"Vorbereitung auf den Sturm danach:  Szenarioplanung und Digitalisierung"},"content":{"rendered":"<p>Im Bankensektor braut sich ein Sturm zusammen. Viele der Variablen sind vorhersehbar; zum Beispiel k\u00f6nnen Aufsichtsbeh\u00f6rden und Analysten vorhersehen, welche Banken, Branchen und Gerichtsbarkeiten wahrscheinlich die gr\u00f6\u00dften Belastungen durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie erfahren werden. Es gibt viele andere Variablen, die weniger klar erkennbar sind; zum Beispiel die nachhaltige Wirkung und die globale Verteilung von Covid-19-Impfstoffen; zuk\u00fcnftige nationale Regierungs- und europ\u00e4ische Ma\u00dfnahmen zur weiteren Abschw\u00e4chung der finanziellen Belastung. Zum jetzigen Zeitpunkt k\u00f6nnen die meisten der bekannten und unbekannten Variablen bewertet werden, um den Banken, Aufsichtsbeh\u00f6rden und Investoren zu helfen, sich auf den kommenden NPL-Zyklus vorzubereiten. Eine Kombination aus Szenarioplanung und Digitalisierung der Infrastruktur wird viel dazu beitragen, die Widerstandsf\u00e4higkeit der Banken zu st\u00e4rken und den Sektor so zu positionieren, dass er die langfristige Erholung der Kreditnehmer unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Risikovorsorge und Altrisiken<\/em><\/p>\n<p>In erster Linie haben die Banken ihre R\u00fcckstellungen aufgestockt. In Anlehnung an die Bereitschaft der Regierung, Unternehmen durch \u00f6ffentliche Programme zu unterst\u00fctzen, reduzierten die Banken dann im dritten Quartal die Risikovorsorge. Dieser Trend wurde durch das Vorziehen von Kreditverlusten im ersten Halbjahr und ein europaweites Dividendenverbot unterst\u00fctzt. Die Trendwende hin zu einer h\u00f6heren Risikovorsorge im letzten Quartal ist jedoch nicht ausgeschlossen. Im Endeffekt wird dies am Erfolg der Lockdowns, der Verteilung von Impfstoffen und deren nachhaltige Wirkung, sowie auch an der Aufl\u00f6sung, Verl\u00e4ngerung oder Nachfolge von \u00f6ffentlichen Programmen und den Moratorien f\u00fcr Insolvenzanmeldungen ausgerichtet sein.<\/p>\n<p>Die F\u00e4higkeit der Banken, Ausf\u00e4lle von Corona-Krediten zu absorbieren, wird von den bestehenden NPLs aus der Zeit vor der Pandemie abh\u00e4ngen, einschlie\u00dflich des Ausma\u00dfes, in dem f\u00fcr diese R\u00fcckstellungen gebildet worden sind. Die Entwicklung spaltet sich entlang des bekannten Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lles, wobei die Banken in Spanien, Italien und Portugal deutliche Fortschritte gemacht haben. Die spanischen NPL-Quoten fielen im ersten Quartal auf 3,1 %, w\u00e4hrend die entsprechenden Quoten in Italien und Portugal zwar immer noch \u00fcber 6 % lagen, sich aber zwischen 2016 und 2020 mehr als halbiert hatten. Laut einer Analyse von ING d\u00fcrften die NPLs in Griechenland, Zypern, Italien, Portugal und Irland die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen darstellen. Gleichzeitig werden die geringsten Probleme in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Finnland erwartet. Somit k\u00f6nnte Covid-19 den L\u00e4ndern und Bankensektoren, die am wenigsten in der Lage sind, damit umzugehen, mehr finanzielle Belastung aufb\u00fcrden.<\/p>\n<p><em>Digitalisierung<\/em><\/p>\n<p>Es wird oft gesagt, dass die Banken besser kapitalisiert sind als vor der globalen Finanzkrise, was den Sektor g\u00fcnstiger positioniert als in der Krise vor einem Jahrzehnt. Das ist zwar richtig, aber es \u00fcbersch\u00e4tzt die Widerstandsf\u00e4higkeit des Sektors.\u00a0 Die Banken werden auch durch ein Jahrzehnt sinkender Rentabilit\u00e4t bei der Kreditvergabe belastet, was zum Teil auf mehr als zehn Jahre extrem niedriger Zinss\u00e4tze zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Daher m\u00fcssen die Banken sowohl die zinsunabh\u00e4ngigen Ertr\u00e4ge steigern (d.h. geb\u00fchrenbasierte Mandate wie M&amp;A, IPOs, Bookrunning, Corporate Finance-Beratung, Hedging und Devisenhandel), sowie auch ihre Kosteneffizienz steigern. Zusammen genommen haben diese Herausforderungen den Bankensektor in Richtung Digitalisierung gedr\u00e4ngt, um die Widerstandsf\u00e4higkeit des Gesch\u00e4ftsmodells, die Effizienz und letztlich die Rentabilit\u00e4t zu unterst\u00fctzen. Die Pandemie hat die Notwendigkeit und Attraktivit\u00e4t von Investitionen in neue Technologien nur noch verst\u00e4rkt, da sowohl die Privat- als auch die Firmenkunden w\u00e4hrend des Ausfalls verst\u00e4rkt auf digitales Banking angewiesen waren. Au\u00dferdem haben die Banken bereits Erfahrungen mit der digitalen Transformation von Prozessen gesammelt, auch bei dem Management von Kunden, Deals und Mitarbeitern in dieser Zeit der Fernarbeit. Dies hat die Effizienz des digitalisierten Prozess-Managements erh\u00f6ht, was wahrscheinlich weitere Investitionen anspornen wird.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Bankenaufsichtsbeh\u00f6rde (EBA) und die Europ\u00e4ische Kommission haben die Idee eines losen Netzwerks von europaweit zusammenarbeitenden Bad Banks (Asset Management Companies) ins Spiel gebracht. Es bliebe den EU-Mitgliedsstaaten selbst \u00fcberlassen, eine Asset Managament Company zu gr\u00fcnden.\u00a0 Diejenigen, die dies tun, w\u00fcrden sich mit Hilfe von Technologieplattformen koordinieren, um Datenqualit\u00e4t, Transparenz und Transaktionseffizienz zu verbessern. All dies k\u00f6nnte dazu beitragen, den den Bid-Ask Spread zu verringern und das NPL-Investorenuniversum zu vergr\u00f6\u00dfern. Eine neue NAMA oder eine SAREB-\u00e4hnliche <em>Bad Bank<\/em> k\u00f6nnte das Forderungsmanagement, die Verwertung von Kreditsicherheiten, und die Restrukturierung \u00a0zentralisieren. Sie k\u00f6nnte auch die T\u00fcr f\u00fcr privates Kapital \u00f6ffnen, was den Banken erlauben w\u00fcrde, ihre Bilanzen zu entlasten, um neue Kreditvergabe an KMUs zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die Digitalisierung des Bankensektors ist ein hochgestecktes Ziel, aber auch ein zunehmend unausweichliches. Sie erfordert von den einzelnen Banken die Modernisierung vieler veralteter Prozesse, einschlie\u00dflich der Verbesserung des Forderungsmanagements, sowie die Einf\u00fchrung von Software zwischen Handelspartnern um \u00fcber universelle Datens\u00e4tze miteinander zu kommunizieren. Es ist sowohl eine Chance als auch eine Notwendigkeit. Wenn Sie mit Debitos \u00fcber den Weg Ihres Unternehmens in die Digitalisierung sprechen m\u00f6chten, nehmen Sie noch heute Kontakt mit uns auf und wir helfen Ihnen, die Umstellung zu beschleunigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Bankensektor braut sich ein Sturm zusammen. 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