{"id":21604,"date":"2020-10-12T11:52:09","date_gmt":"2020-10-12T09:52:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.debitos.com\/?p=21604"},"modified":"2020-10-13T13:22:56","modified_gmt":"2020-10-13T11:22:56","slug":"analyse-von-creditreform-wirtschaftslage-und-finanzierung-im-mittelstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/news\/analyse-von-creditreform-wirtschaftslage-und-finanzierung-im-mittelstand\/","title":{"rendered":"Analyse von Creditreform: Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die deutsche Wirtschaft hat infolge der Corona-Pandemie einen beispiellosen Konjunktureinbruch erlitten. Das spiegelt sich deutlich im deutschen Mittelstand: Der <a href=\"https:\/\/www.creditreform.de\/aktuelles-wissen\/pressemeldungen-fachbeitraege\/news-details\/show\/default-61662561c1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Creditreform Gesch\u00e4ftsklimaindex (CGK)<\/a> basiert auf den Antworten von rund 1.100 kleinen und mittleren Unternehmen und ist im Herbst 2020 auf den niedrigsten Stand seit der weltweiten Finanzkrise 2009 gefallen. Gegen\u00fcber dem Vorjahr fiel der Indikator von plus 17,1 auf minus 5,7 Punkte. Besonders die Gesch\u00e4ftslage wurde negativ bewertet (CGK: minus 10,3 Punkte). Die Gesch\u00e4ftserwartungen im Mittelstand sind erstmals seit Herbst 2009 \u00fcberwiegend pessimistisch (minus 1,1 Punkte).<\/strong><\/p>\n<div class=\"cid35670 frame-padding-before25 frame-padding-after25\">\n<div class=\"ce-textpic ce-right ce-intext\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<div class=\"h3\">\n<h4>Verschleierte Lage<\/h4>\n<\/div>\n<p>\u201eUnsere Erhebung aus dem September f\u00e4llt in eine un\u00fcbersichtliche Zeit\u201c, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. \u201eDie Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist mitten in der gr\u00f6\u00dften Krise stark r\u00fcckl\u00e4ufig, der Arbeitsmarkt weitgehend stabil und die Finanzierungssituation der Betriebe noch immer positiv. Die \u2013 in Anbetracht der historischen Rezession \u2013 scheinbar entspannte Situation ist jedoch die Folge fiskalpolitischer, geldpolitischer und regulatorischer Ma\u00dfnahmen, die derzeit massiv auf die deutsche Volkswirtschaft einwirken\u201c, so Hantzsch weiter. Beispiele daf\u00fcr sind die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, das Kurzarbeitergeld, die staatlichen Hilfskredite und \u00dcberbr\u00fcckungshilfen sowie umfangreiche Garantien f\u00fcr Unternehmen. Dennoch zeigen sich im Detail auch innerhalb von Branchen gro\u00dfe Unterschiede in Abh\u00e4ngigkeit von Gesch\u00e4ftsmodell und Kundensegment. Vor diesem Hintergrund sind auch die Ergebnisse der vorliegenden Analyse zu betrachten.<\/p>\n<div class=\"h3\">\n<h4>Mittelstand in der Corona-Krise<\/h4>\n<\/div>\n<p>Trotz allm\u00e4hlich anziehender Konjunkturwerte verzeichneten die mittelst\u00e4ndischen Unternehmen Auftrags- und Umsatzeinbu\u00dfen. 37,1 Prozent der Befragten meldeten ein Minus bei den Auftragseing\u00e4ngen und 35,8 Prozent der Unternehmen verzeichneten aktuell weniger Umsatz als im Fr\u00fchjahr (Vorjahr: 14,3 Prozent). Gleichzeitig steigerten 25,6 Prozent der Betriebe bereits wieder ihren Umsatz (Vorjahr: 35,2 Prozent). Erheblich betroffen von den Corona-Folgen ist das Verarbeitende Gewerbe, wo etwa die H\u00e4lfte der Befragten Umsatzeinbu\u00dfen erlitten hat (48,6 Prozent).<\/p>\n<p>Erstmals seit dem Jahr 2009 d\u00fcrfte es im Mittelstand keinen Besch\u00e4ftigungszuwachs gegeben haben. Bei 17,8 Prozent der Unternehmen ist die Zahl der Besch\u00e4ftigten gesunken und niedriger als im Fr\u00fchjahr. \u00dcberwiegend haben die Unternehmen (65,1 Prozent) die Belegschaft aber konstant halten k\u00f6nnen, was auch eine Folge des Kurzarbeitergeldes ist.<\/p>\n<div class=\"h3\">\n<h4>Nur z\u00f6gerliche Konjunkturerholung erwartet<\/h4>\n<\/div>\n<p>Wie sch\u00e4tzt der Mittelstand die weitere Gesch\u00e4ftsentwicklung ein? Kurz: Einen kr\u00e4ftigen Aufschwung sehen die Unternehmen nicht. 23,1 Prozent der Befragten erwarten sogar sinkende Auftragseing\u00e4nge (Vorjahr: 12,8 Prozent) und jeder vierte Befragte (25,1 Prozent) rechnet mit weiteren Umsatzeinbu\u00dfen (Vorjahr: 12,4 Prozent). Das gilt besonders f\u00fcr das Verarbeitende Gewerbe und den Handel. Nur 22,6 Prozent aller Befragten rechnen f\u00fcr das kommende Halbjahr mit steigenden Ums\u00e4tzen. Die Investitionsbereitschaft ist angesichts der derzeit schlechten Konjunktur und der unsicheren Corona-Infektionslage eingebrochen. Erstmals seit 2014 rutschte der Anteil der Investitionswilligen unter die 50-Prozent-Marke. Nur noch 45,5 Prozent der Befragten wollen im n\u00e4chsten halben Jahr investieren (Vorjahr: 51,4 Prozent). Bei der Personalplanung zeigen sich Licht und Schatten: 17,4 Prozent der Befragten wollen wieder mehr Mitarbeiter einstellen (Vorjahr: 22,5 Prozent), aber jeder zehnte Befragte (10,2 Prozent) plant einen Personalabbau.<\/p>\n<div class=\"h3\">\n<h4>Noch reicht die Eigenkapitaldecke<\/h4>\n<\/div>\n<p>In erster Linie ging es auch den Mittelst\u00e4ndlern in den vergangenen Monaten darum, die Unternehmensfinanzierung sicherzustellen und nicht zahlungsunf\u00e4hig zu werden, denn die Unternehmen hatten aufgrund der Corona-Krise erhebliche Ertragsr\u00fcckg\u00e4nge zu verzeichnen. 37,4 Prozent der Befragten berichteten von Gewinneinbu\u00dfen (Vorjahr: 16,7 Prozent). Noch federn eigene Kapitalr\u00fccklagen die Einbu\u00dfen ab: So verf\u00fcgt etwa ein Drittel der Unternehmen (33,0 Prozent) \u00fcber eine Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent. Das ist ein \u00e4hnlicher Wert wie vor einem Jahr (33,6 Prozent) und h\u00e4lt den Mittelstand bisher vergleichsweise stabil. Der Anteil der eigenkapitalschwachen Unternehmen war mit 27,3 Prozent sogar etwas niedriger als im Vorjahr (29,3 Prozent). Doch bei einer l\u00e4ngeren Durststrecke und einer dauerhaften Inanspruchnahme staatlicher Hilfen d\u00fcrften die Eigenkapitalquoten sinken. Bislang zeigt nur das Dienstleistungsgewerbe eine erkennbare Verschlechterung. Bedenklich ist zudem, dass die Unternehmen von ersten Negativtendenzen beim Zahlungsverhalten der Kunden berichten. So ist eine Zunahme der Zahlungseing\u00e4nge jenseits der 30-Tage-Marke festzustellen<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"cid35672\">\n<div class=\"ce-textpic ce-right ce-intext\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<div class=\"h3\">\n<h4>Staatshilfen st\u00fctzen vor\u00fcbergehend<\/h4>\n<\/div>\n<p>Der Mittelstand hat vorrangig die sogenannte Soforthilfe f\u00fcr kleine und mittlere Firmen zur \u00dcberbr\u00fcckung von akuten Liquidit\u00e4tsengp\u00e4ssen (27,1 Prozent) und das Instrument der Kurzarbeit (33,7 Prozent der Befragten) genutzt. Im Verarbeitenden Gewerbe hat sogar fast die H\u00e4lfte der befragten Unternehmen Kurzarbeit beantragt (47,2 Prozent). Das \u00dcberbr\u00fcckungsgeld wurde kaum abgerufen, wobei vor allem der Antragsprozess als zu b\u00fcrokratisch bewertet wurde. Insgesamt hat gut die H\u00e4lfte der Befragten Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen in Anspruch genommen. Im Baugewerbe war der Anteil am geringsten. Dennoch: Trotz der milliardenschweren staatlichen Hilfspakete zur Stabilisierung der Wirtschaft sehen sich viele Unternehmen derzeit in der Krise (11,9 Prozent der Befragten). Gegen\u00fcber dem Fr\u00fchjahr 2020 (7,4 Prozent) ist dieser Prozentanteil nochmals deutlich gestiegen. Besonders hoch ist der Anteil krisenhafter Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe (20,8 Prozent). Zudem verzeichnete jeder f\u00fcnfte Mittelst\u00e4ndler (19,5 Prozent) infolge von Corona eine Verringerung des Eigenkapitals. Hierbei bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklung auf das Insolvenzgeschehen auswirken wird, das im Herbst noch von der Aussetzung der Insolvenzanzeigepflicht profitierte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gesch\u00e4ftsklimaindex f\u00e4llt auf niedrigsten Stand seit der Finanzkrise","protected":false},"author":27,"featured_media":16809,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-21604","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21604","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21604"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21604\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21607,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21604\/revisions\/21607"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21604"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21604"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21604"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}