{"id":20287,"date":"2020-06-15T13:47:58","date_gmt":"2020-06-15T11:47:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.debitos.com\/?p=20287"},"modified":"2020-09-30T17:48:20","modified_gmt":"2020-09-30T15:48:20","slug":"trotz-corona-krise-insolvenzen-sinken-im-1-halbjahr-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/news\/trotz-corona-krise-insolvenzen-sinken-im-1-halbjahr-2020\/","title":{"rendered":"Trotz Corona-Krise: Insolvenzen sinken im 1. Halbjahr 2020"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland sind r\u00fcckl\u00e4ufig &#8211; trotz der Corona-Krise. Warum dieser Effekt gerade jetzt kein positives Zeichen f\u00fcr ein Gesunden der Wirtschaft ist und welche Ursachen der R\u00fcckgang hat, erl\u00e4utert die <a href=\"https:\/\/www.creditreform.de\/aktuelles-wissen\/pressemeldungen-fachbeitraege\/news-details\/show\/insolvenzen-in-deutschland-1-halbjahr-2020\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Creditreform Wirtschaftsforschung<\/a>.<\/b><\/p>\n<div class=\"cid29464 frame-padding-before25 frame-padding-after25\">\n<div class=\"ce-textpic ce-right ce-intext\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<p>Trotz des massiven Konjunktureinbruchs im Zuge der Corona-Pandemie ist die Zahl der Insolvenzen bislang nicht gestiegen. Im Gegenteil: Im 1. Halbjahr 2020 verringerte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,2 Prozent auf 8.900 F\u00e4lle (1. Hj. 2019: 9.690). Das Insolvenzgeschehen als Seismograph der \u00f6konomischen Entwicklung hat sich damit von der tats\u00e4chlichen Situation der deutschen Unternehmen entkoppelt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"cid29466 frame-padding-before25 frame-padding-after25\">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<p>Urs\u00e4chlich daf\u00fcr d\u00fcrften vor allem die staatlichen Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen in der aktuellen Krise sein. Die von der KfW bereitgestellten Kreditmittel, die Zusch\u00fcsse f\u00fcr Selbstst\u00e4ndige und kleine Gewerbetreibende sowie die vor\u00fcbergehende Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sollten einen akuten Anstieg der Pleiten, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen, verhindern und die Insolvenzzahlen stabil halten. Die tats\u00e4chlich eingetretene Abnahme der Insolvenzen zeigt nun deutlich, dass der beabsichtigte Effekt der Ma\u00dfnahmen zwar einerseits erreicht, jedoch zugleich insoweit verfehlt wurde, als offenbar auch solche Unternehmen vorl\u00e4ufig der Insolvenz entgangen sind, die \u2013 h\u00e4tte es die Viruskrise nicht gegeben \u2013 den Gang zum Insolvenzgericht angetreten h\u00e4tten. Hier hat es m\u00f6glicherweise unerw\u00fcnschte Mitnahmeeffekte gegeben.<\/p>\n<p>Wie noch hinzukommt, ist bei zahlreichen Insolvenzgerichten die Arbeitsproduktivit\u00e4t coronabedingt zur\u00fcckgegangen. Dies hat zu erheblichen Bearbeitungsr\u00fcckst\u00e4nden gef\u00fchrt. Auch dieser Umstand d\u00fcrfte zu dem R\u00fcckgang der Insolvenzverfahren beigetragen haben.<\/p>\n<div class=\"h3\">\n<h4>Insolvenzwelle nur vertagt<\/h4>\n<\/div>\n<p>In Anbetracht dessen geht die Creditreform Wirtschaftsforschung weiterhin davon aus, dass sich mit dem Auslaufen der bis September 2020 befristeten Aussetzung der Insolvenzantragspflicht die Zahl der Verfahren erheblich erh\u00f6hen wird. Eine solche Insolvenzwelle w\u00e4re nur dann abzuwenden, wenn es den betroffenen Unternehmen gel\u00e4nge, bis zu diesem Zeitpunkt die Krisenfolgen zu \u00fcberwinden und sich wieder zu stabilisieren. Ob ein solches V-Szenario (nach dem j\u00e4hen Absturz folgt eine ebenso rasche Erholung) f\u00fcr die Breite der betroffenen Unternehmen realistisch ist, bleibt in Anbetracht der Schwere der Rezession zu bezweifeln.<\/p>\n<div class=\"h3\">\n<h4>Mehr Gro\u00dfunternehmen betroffen<\/h4>\n<\/div>\n<p>Die Gl\u00e4ubigersch\u00e4den beliefen sich im 1. Halbjahr auf rund 12,0 Mrd. Euro, wobei jeder Insolvenzfall die Gl\u00e4ubiger im Schnitt mehr als 1,3 Mio. Euro kostet. Das ist der h\u00f6chste Wert der vergangenen Jahre und h\u00e4ngt mit der Zunahme von gr\u00f6\u00dferen Unternehmenspleiten zusammen. Zu den prominenten Beispielen dieses Jahres z\u00e4hlen die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof, die Textilh\u00e4ndler AppelrathC\u00fcpper und Hallhuber, der Modehersteller Esprit und die Restaurantketten Vapiano und Maredo.<\/p>\n<div class=\"h3\">\n<h4>Verbraucherinsolvenzen weiter r\u00fcckl\u00e4ufig<\/h4>\n<\/div>\n<p>In den ersten sechs Monaten verringerte sich die Zahl der Privatinsolvenzen um 6,4 Prozent auf 30.800 (1. Hj. 2019: 32.920). Allerdings hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt mittlerweile sp\u00fcrbar verschlechtert, so dass bei der hohen \u00dcberschuldungsquote der deutschen Verbraucher im weiteren Jahresverlauf mindestens mit einer Verlangsamung dieses Trends zu rechnen ist<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"cid29468 frame-padding-before25 frame-padding-after25\">\n<div class=\"ce-textpic ce-right ce-intext\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<div class=\"h3\">\n<h4>Verarbeitendes Gewerbe geschw\u00e4cht<\/h4>\n<\/div>\n<p>Die vorliegenden Daten lassen au\u00dferdem R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Verfassung der Hauptwirtschaftsbereiche zu: Bei Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe gab es aufgrund der seit 2018 eingetretenen Konjunkturschw\u00e4che keinen R\u00fcckgang der Pleiten (1. Hj. 2019\/2020: jeweils 710 F\u00e4lle). In den \u00fcbrigen Wirtschaftssektoren verringerten sich die Insolvenzzahlen dagegen deutlich: im Baugewerbe um 9,4 Prozent auf 1.260 F\u00e4lle und im Handel um 10,2 Prozent auf noch 1.840 Insolvenzen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Analyse der Wirtschaftsforschung Creditreform","protected":false},"author":27,"featured_media":15863,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-20287","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20287"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20287\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20290,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20287\/revisions\/20290"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15863"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}