{"id":19885,"date":"2020-04-09T14:41:57","date_gmt":"2020-04-09T12:41:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.debitos.com\/?p=19885"},"modified":"2020-09-30T17:54:11","modified_gmt":"2020-09-30T15:54:11","slug":"grosse-verschuldungswelle-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/news\/grosse-verschuldungswelle-in-deutschland\/","title":{"rendered":"&#8220;Gro\u00dfe Verschuldungswelle in Deutschland&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der ehemalige Wirtschaftsweise Peter Bofinger sieht die von der Bundesregierung beschlossenen KfW-Kredite und die Corona-Hilfen in Europa kritisch.&nbsp;Beides w\u00fcrde dazu f\u00fchren, dass Unternehmen wie Staaten neue Schuldenberge auft\u00fcrmen, sagt er im Interview mit der S\u00fcddeutschen Zeitung. Dies verhindert Investitionen, wenn die Corona-Pandemie zu Ende geht &#8211; und das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben neu gestartet wird. Peter Bofinger&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8230;\u00fcber die Folgen der Corona-Krise:<\/strong> &#8220;Das gro\u00dfe Problem der Corona-Krise ist, dass durch den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stillstand jetzt neue riesige Schulden im Wirtschaftssystem aufgebaut werden. Wir haben Unternehmen, die laufende Zahlungen begleichen m\u00fcssen. Aber ihre Einnahmen brechen weg. Durch das Kurzarbeitergeld sind sie etwas entlastet. Aber insgesamt baut Corona eine sehr gro\u00dfe Verschuldungswelle auf.&#8221;<\/p>\n<p><strong>&#8230;\u00fcber die KfW-Kredite:<\/strong> &#8220;Die Kredite helfen, dass die Liquidit\u00e4tsfl\u00fcsse im Wirtschaftssystem weiterlaufen. Man bezahlt Rechnungen, Mieten, Verpflichtungen. Das ist gleichsam als Erste Hilfe wichtig. Aber je l\u00e4nger das l\u00e4uft, desto mehr staut sich die Schuldenwelle auf. Sie sp\u00fclt das Eigenkapital weg und f\u00fchrt verst\u00e4rkt zu Insolvenzen. (&#8230;) Alles, was jetzt die Eigenkapitalausstattung verschlechtert, macht es schwerer, kraftvoll zu starten und neu zu investieren. Selbst die Betriebe, die gut dastehen, werden besch\u00e4digte Bilanzen haben. Auch denen lasten die Kredite auf den Schultern.&#8221;<\/p>\n<p><strong>&#8230;\u00fcber die Unterschiede zur Finanzkrise:<\/strong> &#8220;Damals haben Banken Verluste gemacht, aber wegen eines eigenen Fehlverhaltens. Sie hatten gezockt. Klar, dass die auch bluten m\u00fcssen. Deshalb waren die staatlichen Hilfen an Auflagen gekoppelt. Jetzt aber, bei Corona, ist es v\u00f6llig anders. Der Staat schlie\u00dft Unternehmen. Deshalb treten Verluste auf. (&#8230;) Man k\u00f6nnte also daran denken, dass Anspr\u00fcche der Unternehmen aus einem enteignungs- oder aufopferungsgleichen Eingriff des Staates bestehen. Kredite sind hierf\u00fcr kein Ersatz.&#8221;<\/p>\n<p><strong>&#8230;\u00fcber einen alternativen Weg der Staatshilfe: <\/strong>&#8220;Staatliche Transfers, damit die Unternehmen ihre Bilanzen wieder reparieren k\u00f6nnen. In \u00d6sterreich erhalten Unternehmen, die besonders stark von der Krise betroffen, staatliche Zusch\u00fcsse von bis zu 75 Prozent ihrer Fixkosten. Man k\u00f6nnte in Deutschland die im Steuerrecht vorgesehene M\u00f6glichkeit des Verlustr\u00fccktrags, die bisher auf eine Million begrenzt ist, deutlich ausweiten. Unternehmen k\u00f6nnten die Verluste, die in diesem Jahr anfallen, mit den versteuerten Vorjahresgewinnen verrechnen und so anteilig diese Steuern zur\u00fcckbekommen.&#8221;<\/p>\n<p><strong>&#8230;\u00fcber eine neue Schuldenkrise:<\/strong> &#8220;Die Regierungen m\u00fcssen versuchen, die Verschuldung des Privatsektors zu reduzieren, indem sie die krisenbedingten Schulden soweit wie m\u00f6glich in ihre B\u00fccher nehmen. Je l\u00e4nger es dauert, desto h\u00f6her werden die staatlichen Schulden. Bei Italien sind die Schulden schon hoch und jeder weitere Anstieg ist ein Problem, weil es teurer wird, die Schulden zu tragen. Deshalb m\u00fcssen die Ma\u00dfnahmen so konzipiert sein, dass sie die Schulden m\u00f6glichst nicht allzu sehr erh\u00f6hen.&#8221; <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/peter-bofinger-coronavirus-verschuldung-1.4873116\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S\u00fcddeutsche Zeitung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Interview mit Peter Bofinger, von 2004 bis 2019 Wirtschaftsweiser der Bundesregierung.","protected":false},"author":2,"featured_media":15694,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-19885","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19885","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19885"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19885\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19923,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19885\/revisions\/19923"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15694"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19885"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19885"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19885"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}