{"id":19517,"date":"2020-02-12T14:15:37","date_gmt":"2020-02-12T13:15:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.debitos.com\/?p=19517"},"modified":"2020-09-30T17:55:27","modified_gmt":"2020-09-30T15:55:27","slug":"bdiu-10-fragen-und-antworten-zum-mythos-inkasso","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/news\/bdiu-10-fragen-und-antworten-zum-mythos-inkasso\/","title":{"rendered":"BDIU: 10 Fragen und Antworten zum Mythos Inkasso"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Mehr als 20 Millionen Inkassoschreiben pro Jahr, rund eine halbe Million Auftraggeber, 6 Milliarden Euro an realisiertem Geld: Inkassounternehmen sind f\u00fcr die Wirtschaft unverzichtbar. Aber was ist, wenn man selbst einmal einen Inkassobrief erh\u00e4lt? In diesem Text kl\u00e4ren wir die zehn h\u00e4ufigsten Fragen an die Branche.<\/strong><\/em><\/p>\n<h4><strong>Wie sollte man auf Mahnungen eines Inkassounternehmens reagieren?<\/strong><\/h4>\n<p>Echte Zahlungserinnerungen haben einen Grund, deswegen sollte man jede Mahnung zun\u00e4chst pr\u00fcfen. Auf dem Brief des Inkassounternehmens muss stehen, wer der Auftraggeber ist, also beispielsweise bei welchem Gl\u00e4ubiger die Forderung besteht und um welchen Vertrag es geht. Dadurch l\u00e4sst sich schnell nachvollziehen, ob die Mahnung tats\u00e4chlich berechtigt ist.<\/p>\n<h4><strong>Muss ich eine Inkassoforderung \u00fcberhaupt bezahlen?<\/strong><\/h4>\n<p>Berechtigte Forderungen muss man bezahlen. Bei Inkassoforderungen ist der Schuldner meist schon l\u00e4ngere Zeit im Zahlungsverzug, das hei\u00dft, er hat weder die Rechnung des Gl\u00e4ubigers innerhalb der gesetzten Frist bezahlt, noch hat er auf dessen Mahnungen reagiert. Auf echte Schreiben sollte man unbedingt reagieren. Denn es gilt die Faustregel: Je l\u00e4nger man wartet, eine berechtigte Forderung zu bezahlen, desto teurer wird es am Ende.<\/p>\n<h4><strong>Was passiert, wenn ich eine berechtigte Forderung nicht bezahle?<\/strong><\/h4>\n<p>Der Gl\u00e4ubiger kann durch das beauftragte Inkassounternehmen weitere Schritte veranlassen, um zu seinem Recht zu kommen. Beispielsweise kann das gerichtliche Mahnverfahren durchgef\u00fchrt werden, in dem die Forderung zun\u00e4chst tituliert wird. Im weiteren Verfahren kann dann auch ein Gerichtsvollzieher mit Vollstreckungsma\u00dfnahmen beauftragt werden. Damit sind weitere Kosten verbunden. Alles das vermeidet man, indem man selbst Kontakt mit dem Inkassounternehmen aufnimmt \u2013 oder die Forderung bezahlt, sofern keine Bedenken hinsichtlich der Berechtigung bestehen.<\/p>\n<h4><strong>Was ist, wenn ich die Forderung nicht sofort bezahlen kann?<\/strong><\/h4>\n<p>Es gibt die unterschiedlichsten Gr\u00fcnde, warum Verbraucher Rechnungen nicht bezahlen. Manchmal hat man einfach eine Frist vergessen. Manche Schuldner haben nur vor\u00fcbergehend nicht genug Geld, k\u00f6nnen die Rechnung aber zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt begleichen. Dann sollten sie unbedingt Kontakt mit dem Inkassounternehmen aufnehmen. Das Inkassounternehmen kann beispielsweise Ratenzahlungen anbieten und \u2013 je nach Situation \u2013 auf die finanzielle Lage eines Schuldners eingehen.<\/p>\n<h4><strong>Was ist, wenn ich \u00fcberschuldet bin und den \u00dcberblick \u00fcber meine Zahlungsverpflichtungen verloren habe?<\/strong><\/h4>\n<p>Auch in diesem Fall ist das Wichtigste: Nehmen Sie Kontakt mit dem Sie kontaktierenden Inkassounternehmen auf und schildern ihm Ihre Situation. Ver- und \u00dcberschuldung ist leider keine Seltenheit in Deutschland. Fast jeder zehnte Erwachsene ist davon betroffen. Hier gilt: Reden hilft. Auch \u00f6ffentliche Schuldnerberatungsstellen sind eine gute Anlaufstelle, um ein solches Problem anzugehen.<\/p>\n<h4><strong>Wie kann ich erkennen, ob eine Forderung berechtigt ist?<\/strong><\/h4>\n<p>Checken Sie die Angaben, die das Inkassounternehmen in dem Anschreiben macht. Wenn Sie Zweifel an der Forderung haben, haken Sie bei dem Unternehmen nach. Seri\u00f6se Dienstleister werden alles daf\u00fcr tun, den Zahlungsanspruch so klar und unmissverst\u00e4ndlich wie m\u00f6glich darzulegen.<\/p>\n<h4><strong>Wie erkenne ich, ob das Inkassounternehmen seri\u00f6s ist?<\/strong><\/h4>\n<p>Schauen Sie nach, ob das Inkassounternehmen im Rechtsdienstleistungsregister gelistet ist. Das k\u00f6nnen Sie \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.rechtsdienstleistungsregistser.de\/\">www.rechtsdienstleistungsregistser.de<\/a> mit wenigen Klicks selbst feststellen. Gehen Sie in der linken Spalte auf \u201eRegistrierungen suchen\u201c und geben Sie dann zum Beispiel den Namen des Inkassounternehmens ein. Beim Klick auf \u201eSuchen\u201c erhalten Sie die Anschrift der Firma sowie die zust\u00e4ndige Registrierungsbeh\u00f6rde \u2013 meistens ein Land- oder Oberlandesgericht. Dieses Gericht ist auch f\u00fcr die Aufsicht \u00fcber das Inkassounternehmen zust\u00e4ndig. Ein weiterer Hinweis f\u00fcr Seriosit\u00e4t ist die Mitgliedschaft in einem Branchenverband. Mitglieder des BDIU haben sich der strengen Kontrolle durch den Verband unterworfen. Beim BDIU k\u00f6nnen sich Verbraucher jederzeit \u00fcber Probleme mit einem Inkassounternehmen beschweren. Dabei hilft diese Website weiter: <a href=\"http:\/\/www.inkasso.de\/\">www.inkasso.de<\/a><\/p>\n<h4><strong>Muss ich ein Inkassounternehmen zu mir in die Wohnung oder ins Haus lassen?<\/strong><\/h4>\n<p>Inkasso-Hausbesuche gibt es zwar, aber sie sind selten. Normalerweise schreiben die Unternehmen Briefe oder sie rufen an. Sollte doch einmal ein Inkassomitarbeiter an der T\u00fcr klingeln, dann laufen diese Besuche fair und diskret ab, nicht dass zum Beispiel die Nachbarn von den Schulden erfahren. Sinn solcher Besuche ist zu erreichen, dass die offenen Forderungen bezahlt werden. Sehr oft kann man solche Sachverhalte im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch viel besser regeln. Beispielsweise trifft man dabei schriftlich dokumentierte Vereinbarungen oder kann auch direkt auf die Forderung bezahlen. \u00dcbrigens: Pf\u00e4nden darf der Inkassomitarbeiter nichts \u2013 denn das f\u00e4llt in die Befugnisse von Gerichtsvollziehern. Hinzu kommt: Schuldner haben selbstverst\u00e4ndlich Hausrecht. Wenn sie keinen Inkassomitarbeiter in ihrer Wohnung begr\u00fc\u00dfen m\u00f6chten, dann k\u00f6nnen sie das klar zu verstehen geben, und das Unternehmen muss sich daran halten.<\/p>\n<h4><strong>Man h\u00f6rt immer wieder Geschichten von\u00a0 betr\u00fcgerischen Mahnschreiben. Wie erkenne ich einen solchen Betrug?<\/strong><\/h4>\n<p>Leider hat es in den vergangenen Woche wieder eine Welle von falschen Inkassobriefen gegeben, die viele Empf\u00e4nger verunsichert haben. Zum Gl\u00fcck l\u00e4sst sich ein solcher Betrugsversuch meistens leicht erkennen. Anhaltspunkte sind: Der Absender ist weder im Rechtsdienstleistungsregister aufgef\u00fchrt, noch ist die Forderung berechtigt. Oft geht es bei solchen Mahnschreiben um dubiose Gewinnspiele oder Kosten f\u00fcr Erotik-Hotlines. Viele solcher Betrugsschreiben wimmeln vor Rechtschreibfehlern. \u00dcberweisungen sollen ins Ausland erfolgen, das kann man an der IBAN erkennen. Wichtigster Rat dabei: Solche Mahnungen sollte man auf gar keinen Fall bezahlen! Auch wenn offensichtliche Betr\u00fcger mit der Zwangsvollstreckung drohen, sollte man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Einer Zwangsvollstreckung geht in Deutschland ein Vollstreckungsbescheid voraus. Diesem kann man widersprechen, dann pr\u00fcft ein Gericht, ob die Forderung berechtigt ist, und der Anspruch muss begr\u00fcndet werden.<\/p>\n<h4><strong>Sollte ich bei einem betr\u00fcgerischen Brief Widerspruch einlegen?<\/strong><\/h4>\n<p>Das ist in der Regel keine gute Idee. Viele dieser Betr\u00fcger probieren einfach mehrere Adressen aus. Wenn sie feststellen, dass einer der Angeschriebenen reagiert, geben sie nicht so schnell wieder Ruhe. Bei einem Betrug ist der beste Rat: Strafanzeige. Nur bei Mahn- und Vollstreckungsbescheiden, die in Deutschland von offiziellen Stellen versandt werden, sollte man widersprechen. Selbstverst\u00e4ndlich nur, wenn die geltend gemachte Forderung auch unberechtigt ist. Sonst drohen zus\u00e4tzliche Kosten.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber den BDIU<\/strong><br \/>\nDem Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen geh\u00f6ren 550 Unternehmen des Forderungsmanagements an. Gemeinsam f\u00fchren sie der Wirtschaft pro Jahr rund 6 Milliarden Euro an ausstehenden Forderungen wieder zur\u00fcck. Die \u00fcber eine halbe Million Auftraggeber der Inkassounternehmen kommen aus allen Wirtschaftsbereichen und besch\u00e4ftigen mehr als 6 Millionen Menschen in Deutschland. Das Motto des BDIU und seiner Mitgliedsunternehmen lautet: \u201eInkasso hei\u00dft Verantwortung.\u201c \u00dcbertragen auf den Forderungseinzug gegen\u00fcber Verbrauchern bedeutet das, dass sich jedes Inkassounternehmen auf redliche, gewissenhafte und ordnungsgem\u00e4\u00dfe Berufsaus\u00fcbung verpflichtet hat. Sollte es doch einmal zu Schwierigkeiten kommen, k\u00f6nnen sich Verbraucher beim BDIU beschweren. Der Verband pr\u00fcft den Sachverhalt, ruft sein Mitglied zur Stellungnahme auf und sucht eine faire Entscheidung. Bei Verst\u00f6\u00dfen von Inkassounternehmen gegen die Verbandsstatuten drohen Sanktionen, die bis zum Ausschluss aus dem BDIU f\u00fchren k\u00f6nnen. Die Mitgliedschaft im BDIU gilt daher auch als ein Qualit\u00e4tssiegel f\u00fcr seri\u00f6ses Inkasso.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mehr als 20 Millionen Inkassoschreiben pro Jahr, rund eine halbe Million Auftraggeber, 6 Milliarden Euro an realisiertem Geld: Inkassounternehmen sind f\u00fcr die Wirtschaft unverzichtbar. Aber was ist, wenn man selbst einmal einen Inkassobrief erh\u00e4lt? In diesem Text kl\u00e4ren wir die zehn h\u00e4ufigsten Fragen an die Branche. Wie sollte man auf Mahnungen eines Inkassounternehmens reagieren? 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