{"id":10720,"date":"2015-01-26T10:00:52","date_gmt":"2015-01-26T09:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.debitos.de\/?p=10720"},"modified":"2015-01-26T10:00:52","modified_gmt":"2015-01-26T09:00:52","slug":"gelddruckstrategie-der-ezb-loest-kein-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/news\/gelddruckstrategie-der-ezb-loest-kein-problem\/","title":{"rendered":"Gelddruckstrategie der EZB l\u00f6st kein Problem"},"content":{"rendered":"<p>Die beiden Buchautoren und \u00d6konomen Marc Friedrich und Matthias Weik hadern mit dem <a title=\"Handelsblatt - EZB-Anleihenk\u00e4ufe: Draghi druckt Europa in den Bankrott\" href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/gastbeitraege\/ezb-anleihenkaeufe-draghi-druckt-europa-in-den-bankrott-seite-all\/11271952-all.html\" target=\"_blank\">Staatsanleihekauf der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB)<\/a>. Konkret \u00e4u\u00dfern sie erhebliche\u00a0Zweifel\u00a0an\u00a0den\u00a0Outright Monetary Transactions (OMT) und bef\u00fcrchten die Abschaffung des\u00a0freien Marktes zugunsten einer durch die Notenbanken betriebenen Planwirtschaft. So werden\u00a0die 1.140 Milliarden Euro, die von der EZB nun in dem Markt gepumpt werden, lediglich den Banken und Krisenl\u00e4ndern einen Zeitaufschub zu gew\u00e4hren \u2013 und setzen damit genau die falschen Anreize, denn Reformen werden\u00a0dadurch weniger dringend. Statt der gew\u00fcnschten Ankurbelung der\u00a0Kreditvergabe zur St\u00e4rkung der\u00a0Konjunktur und einer Inflation um den Zielwert von zwei Prozent\u00a0finden eine Enteignung der Sparer sowie die F\u00f6rderung von Preisblasen an Aktien- und Immobilienm\u00e4rkten statt. Gleichzeitig wird die grunds\u00e4tzlich politisch gewollte private Altersvorsorge ad absurdum gef\u00fchrt. Die beiden \u00d6konomen warnen\u00a0daher ganz klar:\u00a0<em>\u201eDieses Notenbankexperiment der EZB wird nicht funktionieren und wird in einem Fiasko enden.\u201c<\/em><br \/>\n<strong>Historie zeigt: Geldflut und Planwirtschaft gewinnen nie<\/strong><br \/>\nNiemals wurden wirtschaftliche Probleme mit\u00a0Gelddrucken gel\u00f6st. In keinem Land der Welt hat eine Planwirtschaft zu mehr Wohlstand f\u00fcr alle\u00a0gef\u00fchrt. Leider jedoch\u00a0wird der Kurs einer\u00a0EZB, bei der alle Mitgliedsl\u00e4nder exakt eine\u00a0Stimme haben, von der Mehrzahl regiert \u2013 und das sind die Krisenl\u00e4nder.\u00a0In Anbetracht der Tatsache, dass\u00a0Deutschland bei Missgl\u00fccken dieses Experiments deutlich mehr haftet, w\u00e4re hier eine \u00c4nderung \u00fcberlegenswert. Eine\u00a0Gewichtung der Einflussnahme bei EZB-Entscheidungen nach der maximalen Haftungssumme des jeweiligen Landes beispielsweise w\u00e4re deutlich fairer, entspr\u00e4che allerdings einer Art Klassenwahlrechts,\u00a0die wir bereits vor langer Zeit abgeschafft haben. Gleichzeitig\u00a0scheinen die Regierungen aller L\u00e4nder und der EZB bereits vergessen zu haben, dass\u00a0die Finanzkrise von 2008 durch zuviel Geld im Markt und daraus resultierenden \u00dcbertreibungen entstand. Entsprechend sind\u00a0Marc Friedrich und Matthias Weik (zu recht) aufgebracht ob der j\u00fcngsten Entscheidung der EZB:\u00a0<em>\u201eWieder sind die Notenbanken Brandstifter, um sich dann als Feuerwehr aufzuspielen und die selbst entfachten Br\u00e4nde mit Billionen an Euro zu l\u00f6schen f\u00fcr die jeder Europ\u00e4er seit September 2012 haftet. [&#8230;] Das billige Geld der Notenbanken ist wie eine harte, schwer abh\u00e4ngig machende Droge. Offensichtlich k\u00f6nnen wir nicht mehr ohne sie leben \u2013 mit allen Konsequenzen und verheerenden Kollateralsch\u00e4den.\u201c<\/em><br \/>\n<strong>Der Blick in alte Lexika \u00f6ffnet manchmal die Augen<\/strong><br \/>\nWir von\u00a0<a title=\"Debitos - Die Forderungsb\u00f6rse\" href=\"http:\/\/www.Debitos.de\" target=\"_blank\">Debitos<\/a>\u00a0beobachten diese Entwicklung zwiegespalten.\u00a0W\u00e4hrend das EZB-System den Anreiz zur Maximalverschuldung setzt, sind wir\u00a0grunds\u00e4tzlich Anh\u00e4nger des\u00a0von unseren Gro\u00dfeltern unter widrigsten Umst\u00e4nden zusammengesparten und uns als entsprechend wertvoll vorgestellten\u00a0\u201eNotgroschens\u201c.\u00a0\u00a0Dar\u00fcber hinaus haben wir <a title=\"Debitos Blog - Nach dem Schuldenschnitt Griechenlands: was nun?\" href=\"http:\/\/blog.debitos.de\/2012\/03\/14\/nach-dem-schuldenschnitt-griechenlands-nun\/\" target=\"_blank\">an dieser Stelle bereits am 14. M\u00e4rz 2012 aus dem\u00a0achten Band des Meyers Konversationslexikons von 1904 (!) zitiert<\/a>. Unter dem Stichwort\u00a0\u201eFinanzen in Griechenland\u201c steht hier auf Seite 310 ein bemerkenswerter Artikel, der weder in\u00a0den vergangenen drei Jahren noch in den 111 Jahren zuvor an Aktualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft hat:<br \/>\n<em>\u201eDie griechischen Finanzen befanden sich stets in einem bedenklichen Chaos, dessen Ordnung nie gelungen ist und das \u2026 durch die Unf\u00e4higkeit der meisten Finanzminister zum Staatsbankrott f\u00fchrte. Nachdem die Staatsschuld \u2026 gestiegen war, setzte die Regierung mehrere Jahre lang in willk\u00fcrlicher Weise die Zinsen der ausw\u00e4rtigen Anleihen auf ein Drittel des urspr\u00fcnglichen Betrages herab. Als die Finanzen \u2026 sich noch mehr verschlechterten, wurde dem Finanzminister eine aus je einem Vertreter der sechs europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte bestehende internationale Finanzkontrolle mit dem Sitz in Athen beigegeben.\u00a0<\/em><em>Seit Einf\u00fchrung der Kontrolle ist eine Besserung der Finanzen zu bemerken\u2026\u201c<\/em><br \/>\nWir hoffen, dass sich die Geschichte auch im Hinblick auf die Besserung der Finanzen wiederholt. Das <a title=\"Frankfurter Allgemeine Zeitung - Was bedeutet Syrizas Sieg f\u00fcr Europa?\" href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/griechenland\/griechenland-wahlen-wie-geht-es-weiter-nach-syriza-sieg-13390680.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\" target=\"_blank\">griechische Wahlergebnis vom gestrigen Sonntag<\/a>\u00a0l\u00e4sst jedoch die Zweifel\u00a0\u00fcberwiegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die beiden Buchautoren und \u00d6konomen Marc Friedrich und Matthias Weik hadern mit dem Staatsanleihekauf der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB). Konkret \u00e4u\u00dfern sie erhebliche\u00a0Zweifel\u00a0an\u00a0den\u00a0Outright Monetary Transactions (OMT) und bef\u00fcrchten die Abschaffung des\u00a0freien Marktes zugunsten einer durch die Notenbanken betriebenen Planwirtschaft. So werden\u00a0die 1.140 Milliarden Euro, die von der EZB nun in dem Markt gepumpt werden, lediglich den&#8230; <a class=\"view-article\" href=\"https:\/\/www.debitos.com\/de\/news\/gelddruckstrategie-der-ezb-loest-kein-problem\/\">mehr erfahren<\/a>","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[65,67,66,17,29],"class_list":["post-10720","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten-de","tag-eurokrise","tag-konjunktur","tag-neuigkeiten","tag-notleidende-kredite","tag-zahlungsausfalle"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10720","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10720"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10720\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10720"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10720"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.debitos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10720"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}