Oktober 25, 2011 10:45 am

Schuldner auf die Schulbank? BDIU- Vizepräsidentin Marion Kremer fordert Finanzkompetenz als Schulfach

Die neueste Herbstumfrage des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) zeigt eine nach wie vor erschreckend hohe Zahl an Privatinsolvenzen. So werden 2011 rund 100.000 Haushalte den Weg in die Privatinsolvenz wählen – auch als Chance auf einen wirtschaftlichen Neuanfang. Für BDIU- Vizepräsidentin Marion Kremer ist die Privatinsolvenz einer von mehreren gangbaren Wegen, um eine oft jahrelang währende Überschuldung zu überwinden.

Schulden oder Schulfach?

Laut der BDIU-Herbstumfrage geben die befragten Mitgliedsunternehmen an, dass 90% der privaten Kunden von Inkassounternehmen ihre Rechnungen zu spät oder nicht bezahlen können, weil sie überschuldet sind. Für 69% ist die Arbeitslosigkeit Grund für säumige Zahlungen, während 56% Schuldner aus Überzeugung sind und 47% temporäre Engpässe anführen. In diesem Sinne und Zusammenhang sieht Kremer vor allem in der Schuldenprävention weitere Möglichkeiten, um langfristige Überschuldungen abzuwenden. Sie plädiert für ein verpflichtendes Schulfach Finanzkompetenz in ganz Deutschland. So könnten bereits Jugendliche kompetent an das Thema Finanzen und Schulden herangeführt werden.
Zahlen sprechen nur die halbe Wahrheit aus
Um jedoch ein einheitliches Schulfach Finanzkompetenz einführen zu können, bedürfte es vorher eines Konsenses hinsichtlich der Länge der Wohlverhaltensperiode. So plant die Bundesregierung den Zeitraum, nach dem ein insolventer Privatschuldner von seinen Verbindlichkeiten durch die Gerichte befreit wird, von aktuell sechs auf künftig drei Jahre verkürzen, als de facto zu halbieren. BDIU-Präsidenten Wolfgang Spitz sieht darin sowohl ein falsches Signal an die Gläubiger, wie auch eine Verschleppung vieler Privatinsolvenzen. So würden momentan zahlreiche Überschuldete ihren Antrag auf Privatinsolvenz noch nicht gestellt haben mit der Hoffnung, dass die Bundesregierung die Halbierung der Wohlverhaltensperiode demnächst beschließe. Tatsächlich, so Spitz, seien es de facto mehr als drei Millionen Privathaushalte, die momentan überschuldet sind. Änderungen an der Dauer Wohlverhaltensperiode würden die Rechte der Gläubiger beschneiden, so der BDIU-Präsident. Diese Meinung vertrat er auch bei seinem Auftritt im SAT1-Polititalk: „Eins gegen Eins“ mit dem Thema: Knietief in den Miesen – soll es Schuldnern künftig leichter gemacht werden?

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Dieser Artikel wurde verfasst von Marcello Buzzanca

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