Zweiter Corona-Lockdown – Banken in Gefahr?
Besonders Genossenschaftsbanken und Sparkassen von Kreditausfällen betroffen
Der zweite Lockdown der Coronakrise erhöht erheblich den wirtschaftlichen Druck auf die hiesigen Unternehmen. Besonders kleineren Firmen setzen die aktuellen Beschränkungen zu, was zu einer zusätzlichen Welle an Kreditausfällen führen könnte – mit negativen Folgen auch für die beteiligten Banken. Ökonomen befürchten sogar eine neue Bankenkrise und eine schwere Rezession; Vertreter der Bankenbranche bleiben momentan noch ruhig.
Anfang 2021 wird die aktuell ausgesetzte Insolvenzantragspflicht wieder in Kraft treten. Erst dann zeigt sich, wie viele Firmen aufgrund von Corona tatsächlich in die Insolvenz gerutscht sind – oder noch rutschen werden. Fallen Kredite aufgrund von Firmenpleiten aus, sind besonders die Genossenschaftsbanken und Sparkassen des Landes betroffen. Denn sie vergeben in Deutschland mit Abstand die meisten Kedite an Unternehmen aus Branchen wie der Gastronomie oder dem Einzelhandel.
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle prognostiziert, dass bis zu einem Drittel der Banken in Deutschland durch Kreditausfälle in ihrer Existenz bedroht sind. Institutsleiter Reint Gropp sieht gar eine neue Bankenkrise auf die hiesigen Geldhäuser zukommen. Wichtig dabei sei die Kernkapitalquote der Banken. Sinkt diese durch häufige Kreditausfälle unter sechs Prozent, würden Banken keine neuen Kredite mehr vergeben können. Ein solcher Zustand könnte Gropp zufolge die Wirtschaft erneut in die Knie zwingen.
Branchenvertreter sehen der Zukunft allerdings weniger düster entgegen. Hans-Walter Peters, der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, zeigt sich im Gespräch mit Capital optimistisch: „Das Bankensystem in Deutschland ist heute stabil – und es wird auch morgen stabil sein“. Die nächsten Monate würden eine Herausforderung, doch ein Anstieg ausgefallener Kredite, käme nicht überraschend. Die Branche ist vorbereitet, sagt Peters. Capital
Haftungsausschluss
Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine rechtliche, steuerliche oder wirtschaftliche Beratung dar. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte. Die Inhalte ersetzen keine individuelle Beratung durch qualifizierte Rechtsanwälte, Steuerberater oder andere Fachberater. Für Entscheidungen, die auf Grundlage der bereitgestellten Informationen getroffen werden, wird keine Haftung übernommen. Eine Haftung für Schäden materieller oder immaterieller Art, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung der dargestellten Informationen entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.
(Bildrechte: istockphoto.com/ClarkandCompany)