Dezember 30, 2019 8:43 am

Deutschlands Insolvenzen des Jahres 2019

Condor Flugdienst GmbH (Tochtergesellschaft von Thomas Cook)

Branche: Fluglinie

Umsatz 2018: 3,7 Milliarden Euro

Mitarbeiter: 4.900

Insolvenzantrag: September 2019

Insolvenzverwalter: Prof. Dr. Lucas Flöther

Die Insolvenz des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook ist eine der spektakulärsten Firmenpleiten dieses Jahres. Die deutsche Condor rutscht – angeblich unverschuldet – durch die Insolvenz des Mutterkonzerns ebenfalls in den Abgrund. Die Arline wird aktuell durch einen 380-Millionen-Euro-Kredit der Bundesregierung in der Luft gehalten. Zudem wird ein Schutzschirmverfahren eröffnet mit dem Ziel, neue Eigentümer für das schwer angeschlagene Unternehmen zu finden.

 

Eisenmann SE

Branche: Automotive

Umsatz 2017: 723 Millionen Euro

Mitarbeiter: 3.000

Insolvenzantrag: Juli 2019

Insolvenzverwalter: Rechtsanwalt Joachim Exner

Die Böblinger Firma Eisenmann produziert Lackieranlagen für die Automobilindustrie. Die Insolvenz soll nicht zu einer Schrumpfkur, sondern zu einer „strategischen Neuausrichtung“ genutzt werden, gibt das Unternehmen im Juli bekannt. Was zur Pleite des Unternehmens führt, teilt Eisenmann nicht mit. Offenbar habe sich die Firma 2018 mit Großaufträgen verkalkuliert. Schon in den Jahren zuvor ist das Geschäft deutlich geschrumpft. Die Werke und Arbeitsplätze in Deutschland sollen erhalten bleiben und verkauft werden. Aktuell ist ein chinesischer Konzern an der Übernahme interessiert.

 

Kettler Freizeit GmbH

Branche: Sportartikel, Gartenmäbel, Spielzeug

Mitarbeiter: 550

Insolvenzantrag: Oktober 2019

Insolvenzverwalter: Rechtsanwalt Martin Lambrecht.

Kettler hat im Oktober zum dritten Mal innerhalb von gut vier Jahren einen Insolvenzantrag stellen müssen. Bereits im vergangenen Jahr hängt das Schicksal des Kettcar-Herstellers am seidenen Faden. Doch sorgt der Einstieg des Finanzinvestors Lafayette im Dezember 2018 zunächst noch einmal für neue Hoffnung, bringt jedoch keine Wende. Mittlerweile ist die Kettler-Fertigung eingestellt, das Ende des Traditionsunternehmens endgültig besiegelt zu sein.

 

Loewe Technologies GmbH

Branche: Unterhaltungselektronik

Umsatz 2018: ca. 100 Millionen Euro

Mitarbeiter: 400

Insolvenzantrag: Mai 2019

Insolvenzverwalter: Rüdiger Weiß

Zum zweiten Mal innerhalb von sechs Jahren soll eine Insolvenz in Eigenverwaltung den letzten größeren Fernsehgerätehersteller in Deutschland retten. Doch diese ist mittlerweile gescheitert, im Juli wird die Fertigung eingestellt. Mitte Dezember wird bekannt, dass der zypriotische Investor Skynet den Markennamen des Unternehmens übernehmen will.

 

Natgas AG

Branche: Energieversorgung

Umsatz 2018: 3,6 Milliarden Euro

Mitarbeiter: 100

Insolvenzantrag: September 2019

Insolvenzverwalter: Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger

Am 1. Dezember wird das Natgas-Insolvenzverfahren eröffnet. Als Gründe für die Pleite werden gescheiterte Gespräche über Verlängerungen der Kreditlinie genannt. Der Geschäftsbetrieb läuft aktuell vollumfänglich weiter, die Mitarbeiter „fungieren im Unternehmen weiterhin als Ansprechpartner für die Kunden“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Unternehmens. Allerdings ist der Betrieb des Unternehmens nur bis Ende des Jahres gesichert, da Gespräche mit einem Investor im Sande verlaufen sind. 

Dieser Artikel wurde verfasst von Jens Secker

(Bildrechte: istockphoto.com/zimmytws)

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