„Banken trennen sich verstärkt von Krediten, die noch gar nicht notleidend sind.“
Timur Peters spricht im Handelsblatt-Interview über den Umgang der Banken mit notleidenden Krediten infolge der COVID-19-Pandemie. Der Debitos-CEO…
…über die NPL-Aktivitäten der Banken: „Was wir im Moment bemerkenswert finden, ist, dass sich die Banken verstärkt von Krediten trennen, die noch gar nicht notleidend sind, Schuldscheindarlehen beispielsweise. 2019 haben wir auf unserer Plattform drei Schuldscheintransaktionen abgewickelt, 2020 sind es seit April bereits 61. Ich glaube, dass die Banken sich erhebliche Sorgen um einige Branchen machen und sich deshalb auch teilweise von Krediten trennen, die zumindest aktuell noch bedient werden. Dabei geht es vor allem um Sektoren, die besonders unter der Pandemie leiden, wie Touristik, Luftfahrt, Automobil oder Gastronomie.“
…über den NPL-Markt in Europa: „Im April war das Geschäft nahezu eingefroren, jetzt sehen wir regional sehr unterschiedliche Entwicklungen. In Deutschland haben wir, was die Preise betrifft, bereits wieder etwa 90 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht. In Italien stehen wir bei 60 bis 70 Prozent, in Spanien ist der Markt allerdings bisher kaum in Gang gekommen. Aber es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Investoren dort auch wieder aktiv werden.“
…über eine einheitliche Bad Bank in der EU: „Ich halte das für eher unwahrscheinlich. Der Aufwand und die Kosten für eine Bad Bank für die gesamte Währungsunion wären sehr hoch. Sie sehen ja bereits, wie komplex die aktuellen politischen Diskussionen sind. Diese Interessen alle unter einen Hut zu bringen wäre administrativ äußerst kompliziert. Deshalb halte ich nationale Lösungen, wie sie sich schon in der Finanz- und Schuldenkrise bewährt haben, für wahrscheinlicher. Daneben werden auch Verbriefungsprogramme wie in Italien und Griechenland diskutiert oder der Einsatz von Plattformen wie unserer. Am Ende gehen wir von einer Nutzung aller drei Lösungen aus.“ Handelsblatt (Paywall)
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