Oktober 21, 2011 7:52 am

Factoring: Kleine Unternehmen haben viele Vorbehalte

Factoring lohnt und zahlt sich aus – dieser Meinung ist nicht nur der Deutsche Factoring-Verband. Nein, es sind auch Erfolgsgeschichten wie jene der Debitos GmbH – dem ersten Online-Marktplatz für offene Forderungen, auf dem einzelne Forderungen mit maximaler Flexibilität ohne Rahmenverträge optimal verwertet werden können – die bestimmte Aspekte des Factoring aufgreifen. Dabei ist das Potential enorm, welches dieser aus den USA stammende und in Deutschland noch sehr junge Dienstleistungszweig in sich birgt.
Und doch bedarf es wohl noch mehr an Pioniergeist und Aufklärungsarbeit, um die Vorzüge und die Kapazität des Factorings vor allem kleinen Unternehmen nahezubringen. Diese sind nämlich laut einer Studie der Universität zu Köln noch eher unerfahren und skeptisch, was den Verkauf von Forderungen zum Zwecke der Liquiditätsbeschaffung angeht. Zu diesem Ergebnis kam eine Befragung von 1.200 Nutzern wie auch Nichtnutzern. Unter der Leitung von Professor Thomas Hartmann-Wendels wurden die Antworten und Ergebnisse ausgewertet.
Je kleiner das Unternehmen desto größer die Skepsis
Kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern und weniger als 10 Millionen Euro Umsatz setzen demnach das Factoring sehr viel seltener ein, als dies große Unternehmen tun. Gründe dafür sind laut den Studienergebnissen, dass eine Vielzahl der kleinen Unternehmen, die dieses Instrument nicht nutzen, das Factoring als zu teuer ansieht. Dabei, so Professor Thomas Hartmann-Wendels, werde übersehen, dass Factoring-Gebühren auch die Übernahme des Ausfallrisikos, des Debitorenmanagements und anderer Serviceleistungen abdecken.
Sie allein mit Kreditzinsen von Banken zu vergleichen, werde den umfangreichen Leistungen und Funktionen des Factoring nicht gerecht. Schließlich gewinne man mit dem Factoring unter anderem auch eine Erhöhung der Eigenkapitalquote, was ein besseres Rating und damit bessere Zinskonditionen bei Darlehen zur Folge hat. Diese Vorteile werden auch über den Online-Marktplatz von Debitos erreicht, wobei der Verkauf im Auktionsverfahren zum marktgerechten Höchstpreis führt und Forderungen ganz unabhängig von ihrem Status verkauft werden können. Ein weiterer Hinderungsgrund für kleine Unternehmen: Viele schrecken davor zurück, weil sie befürchten, dass Kunden und Lieferanten es als Zeichen nahender Insolvenz sähen, wenn die Dienstleistungen eines Factoring-Unternehmens in Anspruch genommen würden. Schließlich sind aber auch unbürokratische Zahlungsaufschübe in dem Moment nicht mehr möglich, wenn ein Factoring-Dienstleister anstelle des Unternehmens als Gläubiger auftritt. Denn dieser definiert dann die Konditionen und bei Zahlungsverzug werden meist bankübliche Verzugszinsen fällig.
Liquide und unabhängig dank Factoring
Diejenigen Unternehmen jedoch, die Factoring nutzen, sehen vor allem die Liquiditätssicherung und die Unabhängigkeit von Banken und deren Krediten als große Vorteile des modernen Factorings. So gilt es nicht nur für den Deutschen Factoring Verband noch intensiver Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Das Potential ist groß, betrachtet man die neuesten Entwicklungen, wie beispielsweise die der Debitos GmbH als erste europaweite Forderungsbörse und Plattform, auf der Forderungen in Echtzeit gehandelt werden können. Zudem gilt es, den Trend in Deutschland an jenen anderer Länder anzupassen. So sind es im Ausland vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die sich Liquidität und Unabhängigkeit durch den Verkauf ihrer Forderungen sichern.

Dieser Artikel wurde verfasst von Marcello Buzzanca

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