Juni 3, 2019 2:57 pm

EZB: Konjunkturabschwung bedroht Finanzstabilität

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrem Finanzstabilitätsbericht vor den Folgen eines wirtschaftlichen Abschwungs gewarnt. Der halbjährliche Bericht wurde am Mittwoch vergangener Woche veröffentlicht. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos zeigt sich besorgt: „Wenn das Wachstum schwächer ausfällt, können Risiken für die Finanzstabilität entstehen“, meint er. Laut EZB geht die Gefahr vor allem von den schwachen Wachstumsraten  und einer Eskalation der Handelskonflikte aus. Insbesondere die Krise zwischen den USA und China bedrohe nach Meinung der Zentralbank die Stabilität. Zur Belastung könnte im Krisenfall der Markt für Hochrisikokredite werden. Ein Drittel dieser Kredite ist in sogenannten Collateralized Loan Obligations (CLOs) zusammengefasst, die ihr Volumen in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt haben. Bleiben die Unternehmensgewinne aus, könnte es nach meinem der EZB hier zu Problemen kommen.

Ebenfalls problematisch ist die Schwäche des Bankensektors. Die Eigenkapitalrendite der europäischen Banken lag laut EZB in den vergangenen Jahren bei sechs Prozent – weitaus niedriger als von Investoren erwartet. Kommt es zu einer Krise, könnten sich die aufgebauten Kapitalpuffer als zu niedrig erweisen. Auch die derzeit hohe Staatsverschuldung einiger Euroländer wird von der Zentralbank als potentiell gefährlich eingestuft. Ein wirtschaftlicher Abschwung würde dazu führen dass sich Länder schwieriger refinanzieren könnten – mit negativen Folgen besonders für Nationen mit hohen Haushaltsdefiziten und hoher Gesamtverschuldung. Handelsblatt (Paywall)

Dieser Artikel wurde verfasst von Jens Secker

(Bildrechte: istockphoto.com/Anastazzo)

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