Dezember 1, 2017 8:49 am

EZB fordert Handelsplätze für faule Kredite – Debitos bestätigt großes Investoreninteresse

Die EZB fordert die Einrichtung von öffentlichen Handelsplätzen, um den Bestand an notleidenden Krediten weiter zu verringern – das geht aus einem Bericht hervor, den die Bankenaufischt Ende November veröffentlichte.
Der Verkauf der Problemkredite laufe aktuell nur sehr schleppend, was unter anderem an den wenigen Käufern von Non-Performing Loans (NPLs) liegen würde. Laut EZB hätten sich zwischen 2015 und 2017 nur 67 Investoren auf diesem Feld betätigt. Die Situation könne aber durch öffentliche Handelsplätze verbessert werden. Darüber würden auch zusätzliche Investoren angelockt.
Eine europaweit einzigartige webbasierte Handelsplattform zum Verkauf fauler Kredite bietet die Frankfurter Debitos GmbH. Über die Forderungsbörse wurden mittlerweile schon faule Kredite mit einem Nominalwert von knapp zwei Milliarden Euro verkauft. Aktuell sind darüber hinaus noch Kreditportfolios im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro im Verkaufsprozess. Auch von Investorenseite sei die Nachfrage momentan sehr hoch, wie Debitos-Geschäftsführer Timur Peters betont: „Der NPL-Markt ist für Investoren zu einem lukrativen Spezialmarkt geworden, dementsprechend werden für die angebotenen Kreditportfolios aktuell gute Marktpreise erzielt.“
Die Aussage der EZB, dass sich nur wenige Investoren auf dem NPL-Markt tummeln würden, kann Peters jedenfalls nicht bestätigen: „Auf unserer Handelsplattform sind aktuell mehr als 500 Käufer mit verschiedenen Investmentprofilen registriert, die auf die angebotenen NPLs steigern. Besonders faule Kredite aus Italien und Spanien sind momentan sehr gefragt.“
Insgesamt sei die Situation für die europäischen Banken weiter bedenklich: „Aktuell schlummern in den Bilanzen der EZB-beaufsichtigten Finanzinstitute faule Kredite im Wert von 800 Milliarden Euro. Der Wert der gesamten Bankbranche in Europa liegt laut einer aktuellen Studie von PwC deutlich über der Eine-Billion-Euro-Marke“, so Peters. „Die EZB fordert von den Banken jetzt schnelles Handeln ein, dabei hat die Bankenaufsicht selbst das Thema jahrelang verschlafen. Vielleicht ist es an der Zeit, dass ein FinTech die Banken bei der Lösung des Problems unterstützt“, meint der Debitos-Gründer.

Dieser Artikel wurde verfasst von Jens Secker

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