Juni 11, 2019 12:43 pm

BdB-Präsident Peters: „Da müssen bei allen die Warnleuchten angehen“

Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), hat sich in einem umfangreichen Interview mit dem Handelsblatt für mehr grenzüberschreitende Bankenfusionen ausgesprochen. Außerdem äußert sich der 64-Jährige über den Klimawandel (und was er mit den Banken zu tun hat) sowie die Bankenunion, Italien und den Brexit. BdB-Präsident Peters…

…über den Klimawandel: „Es ist für jeden erkennbar, dass wir uns um das Klima kümmern und den Umweltschutz ins Zentrum unseres Handelns rücken müssen. Das heißt aber nicht, dass wir uns nur noch isoliert um dieses eine Ziel kümmern. Die notwendige Verknüpfung mit der Wirtschaft darf die Politik nicht vernachlässigen. Mit einer steigenden Arbeitslosigkeit wäre niemandem geholfen. Wir brauchen eine pragmatische Politik, die in der Lage ist, beide Ziele zu verfolgen.“

…über eine Vertiefung der Bankenunion: „Das wäre dringend notwendig. Doch im laufenden Jahr rechne ich nicht mit viel Bewegung. Es wird dauern, bis sich eine neue Kommission formiert. […] Trotz großer Fortschritte bei der europäischen Bankenaufsicht und des einheitlichen Abwicklungsmechanismus sind wir von einem einheitlichen Markt noch weit entfernt.“

…über den Knackpunkt „Italien“ in Bezug auf eine europäische Einlagensicherung: „Die Regierung in Rom will die Verschuldung erhöhen. Vermutlich wird sie das tun, indem sie neue Staatsanleihen an italienische Banken verkauft und somit weitere Risiken aufbaut. Die Chancen, in absehbarer Zeit zu einer einheitlichen Einlagensicherung zu kommen, sind dadurch deutlich gesunken. Da waren wir in der Vergangenheit schon mal optimistischer.“

…über grenzüberschreitende Fusionen: „Daran führt aus meiner Sicht kein Weg vorbei. Viele europäische Großbanken haben in den vergangenen zwölf Monaten rund ein Viertel ihres Marktwerts verloren. Da müssen bei allen die Warnleuchten angehen. Die Marktkapitalisierung europäischer Großbanken wie BNP, ING, Santander und Deutscher Bank ist zusammen deutlich geringer als die von JP Morgan. Hier besteht Handlungsbedarf.“

…über die anhaltenden Brexit-Verhandlungen: „Es gibt Fristen, die vereinbart worden sind. Und wenn die Briten bis dahin nicht liefern können, sollte man auch sagen, ihr habt nicht geliefert, also können wir auch nicht weitermachen. Der Ball liegt in London.“

Das vollständige Handelsblatt-Interview lesen Sie hier (Paywall).

 

Dieser Artikel wurde verfasst von Jens Secker

(Bildrechte: istockphoto.com/MarkusBeck)

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